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Westfalen Blatt vom 6. Juni 2011

Festival der flotten Rhythmen
Freilichtbühne Stahle wiedereröffnet: Schlosstheater und Happy Music Sound Orchestra begeistern 500 Gäste

Stahle (WB) von Sabine Robrecht

500 Kulturfreunde haben Stahles idyllische Freilichtbühne am Samstagabend bei sommerlichen Temperaturen als traumhafte Kulisse für launige und beschwingte musikalische Unterhaltung erlebt. Die Wiedereröffnung der sanierten Spielstätte auf dem Feldberg geriet zu einem Festival der flotten Rhythmen. "Einfach grandios", schwärmten die Besucher.

Dem Kultur-Förderverein unter dem Vorsitz von Walter Sieburg ist es maßgeblich mitzuverdanken, dass die Absperrzäune gewichen sind und die zauberhafte Naturbühne im ehemaligen Steinbruch jetzt wieder bespielbar ist. Beeindruckt vom neuen Erscheinungsbild nach abgeschlossener Sicherung und Restaurierung lobte Bürgermeister Alexander Fischer bei der Wiedereröffnung am Samstag den tatkräftigen ehrenamtlichen Einsatz vieler Helfer vor allem des Kultur-Fördervereins. Walter Sieburg hob hervor, dass auch das Publikum mit seinem Besuch zum Erfolg der traditionsreichen Bühne beigetragen hat.

Die grandiose Saisoneröffnung am Samstag geht als Glanzlicht in die mehr als 60-jährige Erfolgsgeschichte der Open-Air-Spielstätte ein. Denn: Die Kulturschaffenden des Weserdorfes hatten für den Abend einen besonderen Coup gelandet. Das Schlosstheater Fürstenberg mit Intendantin Bärbel Mihm an der Spitze – bewährter Partner des Vereins – gestaltete zusammen mit dem Happy Music Sound Orchestra aus Höxter unter der Leitung von Roland Beverungen eine Musikrevue der Spitzenklasse.

Beide Ensembles überzeugten mit erstaunlicher Professionalität. Und sie haben die Musik im Blut. Mit Spielfreude und Leidenschaft ließen sie den berühmten Funken überspringen. Wer die Ensembles noch nicht erlebt hatte, war nach dem Abend in Stahle erstaunt darüber, welch großes künstlerisches Potenzial im Weserbergland steckt.

In der Moderation spielten sich Orchester-Chef Roland Beverungen und Wulf Dominicus vom Schlosstheater Fürstenberg mit Witz, Charme und dramaturgischer Raffinesse die Bälle zu. Das Publikum amüsierte sich köstlich. Und dann dieses Programm. James Last – das große musikalische Vorbild des Orchesters – hätte seine helle Freude an den Musikern gehabt, wenn er dabei gewesen wäre. Souverän präsentierten die mehr als 20 Instrumentalisten ein breites Repertoire aus dem Melodienschatz des Meisters.

Roland Beverungen hatte als Glanzlichter Soli in die Performance seines Ensembles eingebaut: Matthias Voss verzauberte an diesem magischen Ort die Zuhörer mit der Panflöte. »Der einsame Hirte« ging den Menschen zu Herzen. Fetziger, aber ebenso beeindruckend kam ein weiteres Solo daher: In einer eigenwilligen, funkigen Version der englischen Volksliedmelodie »Greensleeves« legte Thomas Timmermann an den Drums ein Solo hin, das sich hören lassen konnte. Und auch die charmante Sängerin der Bigband, Marita Passlick, überzeugte bei anspruchsvollen Balladen und rockigen Nummern wie »Knock on Wood« mit einer exzellenten Stimmen.

Stimmgewaltig erfüllten auch die Darsteller des Schlosstheaters Fürstenberg die Open-Air-Bühne mit Leben. Als der »Kugelblitz« Thomas Golüke mit »Soul Man« an den Godfather of Soul, James Brown, erinnerte, hielt es die Gäste kaum auf ihren Sitzen. Und Martin Klinkemeier trägt verdient den Beinamen Louis (nach Louis Armstrong) – so sehr ging seine tiefe Stimme beim Evergreen »Wonderful World« unter die Haut. Eleganz und Glamour brachten talentierte junge Damen des Schlosstheaters auf die malerische Naturbühne.

Der Spielort seinerseits bestach nicht nur als bezaubernde Kulisse, sondern mit einer ebenso beeindruckenden Akustik. Der Stahler Bühne ist ein erfolgreicher Sommer zu wünschen.

  
  

 
 
Schlosstheater im Dreiländereck