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Westfalen Blatt 23.07.07

Ein Männlein lässt Gold vom Himmel regnen
Rumpelstilzchen feiert Premiere

Stahle (WB) Von Ingo Schmitz

Lügen, Habgier und Zauberei mit Knalleffekt - darum geht es in dem unterhaltsam inszenierten Märchen "Rumpelstilzchen". Gestern feierte das Schlosstheater Fürstenberg mit der Inszenierung eine gelungene Premiere auf der Freilichtbühne Stahle.

Spaß und Spannung - in dieser Kombination bot das Ensemble eine perfekte Mischung, die die großen und kleinen Zuschauer begeisterte. Das Original der Gebrüder Grimm hatte Regisseurin Barbara Mihm in eine Bühnenfassung verwandelt, die nicht nur weitere Figuren beinhaltet, sondern auch die Charaktere herrlich überzeichnet - somit waren viele Lacherfolge garantiert. Müller Mehlsack - überaus komisch verkörpert von Björn Schwarzer - ist als Prahlhans bekannt. Seine Lügen sind es auch, die ihn und seine Tochter Marie (Birgit Auel) schließlich gehörige Schwierigkeiten einbringen. Weil der Müller behauptet, dass die Schönheit in der Lage ist, aus Stroh Gold zu spinnen, muss die Tochter dem König Knickerbocker (Daniel Hartmann) die Schatzkammer füllen. Schafft sie es nicht, landet sie im Verlies.

Selbstverständlich beherrscht Marie dieses Kunststück nicht. Doch es naht Rettung in Form eines kleinen Männleins (Iris Kayser), was der Müllerstochter in der großen Not hilft. Doch der König bekommt seinen Hals nicht voll und Marie soll immer mehr Gold spinnen. In der dritten Nacht ist es ihr nicht mehr möglich, das Männchen wunschgemäß zu entlohnen. Es steht aber sehr viel auf dem Spiel, denn der König war zu gerne bereit, die Müllerstochter nach erfolgreicher Arbeit zu heiraten.

In ihrer Ratlosigkeit schließt die Müllerstochter mit dem Männlein einen Pakt. Sie verspricht ihm das erste Kind, das sie mit dem König haben wird, aus Dankbarkeit für die Hilfe zu überlassen. Und auch diesmal funktioniert es. Der namentlich ungekannte Helfer lässt mit Knall, Rauch und Lichteffekt Gold vom Himmel regnen.

Als aber das Männlein ein Jahr später seine Forderung wahr machen möchte, lehnt die inzwischen zur Königin gewordene Marie entsetzt ab. Ihre letzte Chance: Sie soll den Namen des Männchens erraten. Gelingt dies der Königin, darf sie ihr Baby behalten. Eine, so scheint es zunächst, schier unlösbare Aufgabe. Eine spannende Suche beginnt, an der auch das Publikum beteiligt wird. Und schließlich gelingt es auch, das Männlein -"ach wie gut, dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß" - zu überlisten und an den Namen zu gelangen. Und so kommt es dann zum Happy End.

In überragender Weise ist es dem Schlosstheater Fürstenberg gelungen, den bekannten Märchen-Stoff mit witzigen Ideen zu spicken, was die Aufführung zu einem tollen Erlebnis für Kinder, aber auch Erwachsene werden lässt. Alle Darsteller verkörpern ihre Rollen mit Leidenschaft, was das Zuschauen zu einem besonderen Vergnügen macht.

Iris Kayser als mystisch umherhüpfendes Rumpelstilzchen, das in der Mihm´schen Bearbeitung auch gar nicht so fies wie im Original wirkt, spielt einfach wunderbar. Das gilt auch für die weiteren Darsteller: Peter Loos, Barbara Pallentien-Meseck, Holger Klages, Hans - Jürgen Höna, Steffi Rheker und Jennifer Müller können allesamt überzeugen. Schön auch, dass einige Kinderrollen in das Stück eingebaut wurden. Umut Aslander, Benjamin, Jasmin und Laura Gough, Levin Joe Klages, Michaela Koch, Sarah und Fabian Steinwachs und Lennard Waldeyer können so beim Schlosstheater Bühnenluft schnuppern.

Abgerundet wird das gelungene Gesamtbild durch die von Renate Meise komponierten und Barbara MIhm getexteten Lieder, die sich am Sonntag schnell als Ohrwurm entpuppten. Kein Wunder, dass manch einer nach dem langem Beifall sich mit einem fröhlichen Liedchen auf den Lippen auf den Heimweg macht.

Weitere Aufführungen sind am 28. und 29. Juli sowie 4., 5., 18., 19., 25. und 26. August jeweils um 16 Uhr. Infos und Karten gibt es unter 05273-88889

  
  

 
 
Schlosstheater im Dreiländereck