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Westfalen Blatt 15. November 2005

Beste Laune ohne Krankenschein
Schlosstheater Fürstenberg überzeugt mit achter Revue "20:15 - Viertel nach acht"

Fürstenberg (WB) von Frank Spiegel

Was Ärzte und Apotheker gegen Herbstdepressionen und Wintermüdigkeit empfehlen, ist nicht bekannt, wer am Samstagabend im Schloss Fürstenberg war, kennt aber ein hervorragendes Rezept: "20:15 - Viertel nach acht", die Revue des Schlosstheaters Fürstenberg.

"Das Beste aus 50 Jahren Fernsehunterhaltung" ist die mitreißende und ausgesprochen kurzweilige Show treffend untertitelt, und in der Tat, sie sind alle wieder da: Der "Goldene Schuss", "Musik ist Trumpf", "Die Rudi Carrell Show", "Dalli", "Was bin ich?", "Verstehen Sie Spaß?", "Der große Preis", "Wetten das..", "Auf los geht's los" und natürlich die Lieder, die die vergangenen 50 Jahre prägten, sei es Dieter Thomas Hecks "Hitparade" oder Ilja Richters "Disco". Das Schlosstheater nimmt sein Publikum mit auf eine Reise durch das Fernsehdeutschland und es tut das auf eine erfrischende Art und Weise. Die Sendungen werden nicht platt kopiert. Die Ideen der Shows werden vielmehr aufgegriffen und mit originellen Versatzstücken wird an sie erinnert.

Höhepunkte der Revue bleiben aber die Gesangsdarbietungen. Hier kombiniert das Team des Schlosstheaters all seine Stärken zu einem Gesamtkunstwerk. Und davon gibt es viele. Da bekommt Sängerin Birgit Auel "Weiße Rosen aus Athen" überreicht, gesteht Carina Sandner "Ich will ´nein Cowboy als Mann" und Thomas Golüke singt "Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett", während selbige im Hintergrund ein Cognacglas schwenkend eben dieser Leidenschaft frönt.

Eine Klasse für sich ist auch Theo (Björn Schwarzer), des es auf die Bretter drängt, die ihm die Welt bedeuten. Als Bianca Schwarze "Lass mein Knie, Theo" singt und Theo die dabei durch die scheinbar dioptrienstarken Gläser seiner offensichtlich eher preiswerten Sehhilfe anschmachtet, da bleibt kein Auge trocken. Auch wenn Wulf Dominicus und Thomas Golüke "Über sieben Brücken musst Du gehen" singen, zeigen sie das, was es zu einer Freude macht, dem gesamten Team des Schlosstheaters zuzusehen und zuzuhören: Eine unbändige Freude an Spiel und Gesang und die Tatsache, dass die Mitglieder des Ensembles das, was sie da tun auch wirklich beherrschen.

Auch das Publikum wird in die Revue integriert. Bei "Pretty Belinda" singt der ganze Saal mit. Doch damit nicht genug: Es gibt in Fürstenberg auch Saalkandidaten. Bei der Premiere am Samstagabend waren dies Natascha Mießen und André Büsche aus Holzminden. Sie mussten Punkte sammeln und standen immer mal wieder auf der Bühne.

Kurzweilig durch diese achte Revue des Schlosstheaters führten Wulf Dominicus, Lukas Welling und Iris Kayser. Regisseur Wulf Dominicus und Gesamtleiterin Barbara Mihm können mit ihrer Leistung und der ihrer Truppe hoch zufrieden sein.

Wer sich das rezeptfreie und nicht apothekenpflichtige Gegenmittel gegen Herbstdepressionen und Wintermüdigkeit gönnen möchte, sollte sich schnell Karten sichern. Von den regulären Spielterminen gibt es nur noch für den 27. November und den 8. Januar Plätze. Doch das Schlosstheater hat vorgesorgt: Die Saison wird verlängert. An den Wochenenden 14./15. Januar, 21./22. Januar und 28./29. Januar heißt es im Schloss Fürstenberg jeweils samstags um 20 und sonntags um 19 Uhr noch einmal "20:15 - Viertel nach acht". Karten können unter 05273-88889 reserviert werden. Über Risiken und Nebenwirkungen ist nichts bekannt...

  
  

 
 
Schlosstheater im Dreiländereck