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Westfalen Blatt 29.10.2012

Affen stürmen Zuschauerreihen
Im Sauseschritt durch die 80-er: Premiere des Schlosstheaters überzeugt mit grandiosen Beiträgen

Fürstenberg (WB) Von Harald Iding

Kreis Höxter (WB). Die zwölf Akteure auf der Bühne kommen aus der ganzen Region - ebenso wie die Zuschauer im ausverkauften Saal des Fürstenberger Schlosses. Dort hat das Ensemble des Schlosstheaters am Samstag eine fulminante Revue präsentiert, die von der ersten Minute an zum Mitmachen verleitet und mehr als drei Stunden lang für pure Lebensfreude steht.

Während Regisseurin Bärbel Mihm ganz sicher von der letzten Reihe neben dem Pult der Ton- und Lichttechniker die Aufführung des neuen Programms "Im Sauseschritt durch die 80-er" verfolgt, müssen sich die Zuschauer vor allem in der ersten Sitzreihe auf einige Überraschungen gefasst machen. Da spurtet zum Beispiel ständig ein gut ernährter Marathonläufer mit kurzem »DDR-Hemd« (Björn Schwarzer) an ihnen vorbei. Und beim Gesangsduell der Kontrahenten Howard Carpendale und Roland Kaiser (brillant inszeniert von Wulf Dominicus und Thomas Golüke) fällt einer der Sänger wegen der witzigen Mikrofon-Seil-Akrobatik fast von der Bühnenkante. Es kommt noch schlimmer: Im zweiten Teil der Supershow springen ihnen noch wilde Affen entgegen. Einer von ihnen hat sich gleich in die rote Krawatte des Samtgemeindebürgermeisters Norbert Tyrasa verliebt und will sie ihm entreißen. Doch da hat das wilde Tier die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Der gestandene Politiker kann den Ansturm mit einem Ausbruch der Freude abwehren. Neben ihm klatschen köstlich amüsiert Landrätin Angela Schürzeberg sowie Höxters stellvertretender Bürgermeister Werner Böhler kräftig Beifall zu diesem tierischen Treiben.

Wow - so rasant können die 80er-Jahre noch sein. Bärbel Mihm: "Lange Jahre haben wir uns immer gefragt, wann wir uns wohl endlich an eine Musikrevue mit diesem Thema heranwagen können. Wie viel zeitlicher Abstand ist überhaupt nötig, um sich einem Jahrzehnt thematisch nähern zu können? Und wann ist endlich diese herrliche romantische Verklärung eingetreten, die irgendwann jede Epoche erreicht?" Auf diese drängenden Fragen nach dem Zeitpunkt hat das Publikum mit seinem stürmischen Applaus zum Ende der mehrstündigen Revue eine klare Antwort gegeben: "Genau jetzt!"

Hinreißend die flammenden Liebesbekenntnisse auf der Bühne wie "Du bist mein ganzes Herz", die ewig schönen Lieder der Neuen Deutschen Welle wie "Irgendwie, irgendwo, irgendwann" (Lena) und Dauerhits wie "Wake me up before you go go" (Wham). Die Liedsammlung ist perfekt garniert mit reichlich Komik, flotten Tanzbeiträgen und vor allem einer professionellen Moderation von Wulf Dominicus, dem selbst der Auftritt in Lila-Strümpfen oder mit Zottelhaar-Perücke nicht peinlich war. Es ist ein wunderbares Wiedersehen mit alten Bekannten und ihren Dauerbrennern.

Eine kleine "Schattenseite" hat allerdings schon jetzt der Erfolg. Knapp 11000 Gäste haben sich die Karten für alle 28 Vorstellungen bereits gesichert. Da kann man nur auf einen Nachschlag hoffen!

  
  

 
 
Schlosstheater im Dreiländereck