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Westfalen Blatt 03.02.2014

Wohin steuert das Schlosstheater?
Kein Platz mehr für das Ensemble: Porzellanmanufaktur plant Ausbau der Werkstätten

Fürstenberg/Höxter(WB).Von Ingo Schmitz

Bedrückte Stimmung beim Schlosstheater: Am 15. März 2014 wird im Schloss Fürstenberg für das beliebte Ensemble der letzte Vorhang fallen. Das hat die künstlerische Leiterin Bärbel Mihm auf WESTFALEN-BLATT-Anfrage bestätigt. Der Saal im Schloss stehe für die Revuen nicht mehr zur Verfügung, sagte sie. Möglicherweise könnte aber Höxter davon profitieren.

Was sind die Gründe für diese überraschende Entscheidung? Bärbel Mihm erläuterte, dass sie von der Leitung der Porzellanmanufaktur darüber informiert worden sei, dass der Saal in dem historischen Gebäude umgebaut werden soll. Die Entscheidung stehe fest. Die Spielleiterin machte die Folgen deutlich: »Die aktuelle Spielzeit läuft problemlos zu Ende. Aber für 2014/15 stehen uns im Schloss keine Räume mehr zur Verfügung.« Das Schloss, das dem Ensemble den weithin bekannten Namen verliehen hat, scheide künftig als Bühne aus.

Thomas Krüger, Leiter des Museums, erklärte am Sonntag auf Anfrage, dass für den Winter 2014/15 umfangreiche Modernisierungs- und Umbaumaßnahmen an den Gebäuden der Manufaktur inklusive Schloss geplant seien. »Wir haben bereits vor zwei Jahren einen Masterplan entwickelt. Wir wollen weiterhin für die Touristen interessant bleiben und ihnen bei uns den Werkstoff Porzellan erlebbar machen«, sagte Krüger gegenüber dem WESTFALEN-BLATT. Daher sollen die Besucherwerkstätten vergrößert und in den heutigen Saal verlagert werden. »Wir wollen uns weiter in Richtung Science-Center entwickeln. Die Nachfrage nach Workshops ist groß«, erläuterte Krüger.

Bei der Investition gehe es um einen »großen Brocken« – Summen nannte der Museumsleiter aber nicht. Auch der Brandschutz müsse im gleichen Schritt auf den neuesten Stand gebracht werden.

"Das Schlosstheater Fürstenberg darf nicht sterben. Irgendwo muss es weiter gehen", erklärte Bärbel Mihm, die am Wochenende das Ensemble informiert hat. Die Mitglieder hätten mit Enttäuschung reagiert. Mihm hat sich aber bereits auf die Suche nach neuen Möglichkeiten begeben.

Die Nachricht trifft nicht nur das Ensemble hart. Auch das Publikum dürfte enttäuscht sein. Pro Jahr sehen 11 000 Fans die Inszenierungen in dem historischen Ambiente. Schon kurz nach Beginn des Kartenvorverkaufs sind stets sämtliche Vorstellungen ausgebucht. Bis Mitte März sind noch neun Aufführungen geplant – Karten gibt es dafür seit Monaten schon nicht mehr. Kein Wunder: Die Revuen sind eine gelungene Mischung aus bekannten Liedern, die mit tollen Stimmen und charmanten Darstellern humorvoll präsentiert werden.

Bei den Künstlern handelt es sich um Talente aus der Region, die auf der Bühne für mitreißende Stimmung sorgen. Ein Abend mit den Fürstenbergern verspricht beschwingte Unterhaltung für alle Generationen. Doch wo könnte das Schlosstheater, das vor 17 Jahren gegründet wurde, eine neue Spielstätte finden? 2012 und 2013 hat sich das Ensemble bereits auch nach Höxter orientiert. In diesem Jahr sind hier ebenfalls zwei Gastspiele geplant. Die aktuelle Revue »Endlich Urlaub« wird am 3. und 4. Mai in der Stadthalle Residenz gezeigt. Für den Sonntag gibt es noch Karten. Und auch mit einem weiteren Projekt sind die Fürstenberger dabei, sich im Resi Höxter zu etablieren: Bei der zweiten Auflage der Talent-Show »You are welcome« sind am vergangenen Donnerstag etliche Nachwuchskünstler vor 200 Zuschauern aufgetreten (Bericht auf der dritten Lokalseite). Unterstützt werde das Schlosstheater dabei von Stadthallen-Pächter Henner Marquardt. Gegenüber dieser Zeitung kündigte der Unternehmer an: "Ich werde mich dafür einsetzen, dass wir bei uns in der Stadthalle Höxter eine Lösung für das Schlosstheater finden. Es gab ein erstes sehr positives Gespräch auf Initiative von Bärbel Mihm und Klaus Schumacher. Wir möchten das Schlosstheater auf jeden Fall gerne bei uns in Höxter sehen.""

  
  

 
 
Schlosstheater im Dreiländereck