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Täglicher Anzeiger Holzminden 14. November 2005

Fernsehunterhaltung - sogar mit Saalwette

Schlosstheater präsentiert 50 Jahre Fernsehunterhaltung

Fürstenberg (hö). Was gab es zu sehen, als man sich sonnabends nach der Tagesschau im Fernsehsessel niederließ? Was es gab, als es noch kein Satelliten- und Kabelfernsehen gab, lässt die neue Revue des Schlosstheaters Fürstenberg, die am Sonnabend eine glanzvolle Premiere erlebte, wieder auferstehen. Unter dem Titel "Viertel nach acht" präsentiert das neue Programm einen Streifzug durch 50 Jahre Fernsehunterhaltung im Revuestil.

50 Jahre Fernsehunterhaltung, das bietet eine Fülle von Ansatzpunkten für bühnenwirksame Aspekte, das zwang die Mitwirkenden aber auch zur Beschränkung, denn das ursprüngliche Regie-Konzept musste enorm gekürzt werden, um den zeitlichen Rahmen nicht zu sprengen. Dennoch, diese Revue ist länger als alle vorherigen des Schlosstheaters, aber das wird dem Besucher nur bewusst, wenn er zwischendurch einen Blick auf die Armbanduhr riskiert, denn das Konzept, das Wulf Dominicus (Regie) und Barbara Mihm (Gesamtleitung) für diese Show erarbeitet haben, ist so kurzweilig und unterhaltsam, dass nach dem mehr als dreistündigen Premierenabend vom Publikum Zugaben gefordert wurden. Überziehen gehörte eben auch zur Fernsehkultur der Live-Sendungen.

Live war die Auswahl der Saalkandidaten Natascha und André, die Wulf Dominicus aus dem Publikum auf die Bühne bat, live war auch die Mitwirkung der Kinder bei der deutschen Version von "Pretty Belinda", und live ist auch, wie immer, der Gesang der Schlosstheatermitglieder.

Kuriose Einfälle, mitreißende Musik, witzige Sketche und die erheiternde Moderation von Wulf Dominicus, der bei diesem Programm nicht nur von seiner Assistentin Iris Kayser, sondern auch von Co-Moderator Lukas Welling unterstützt wird, lassen diese Revue nicht eine Minute zu lang erscheinen.

Alles geht "Dalli Dalli" und wie "Am laufenden Band". Nichts ist dabei bierernst. Zum Beispiel, wenn Zeichenkünstler Thomas Golücke Bilderrätsel zeichnet oder "Der goldene Schuss" nicht mit der Armbrust, sondern mit einem Fußball ausgeführt wird. Wulf Dominicus erklärte die Möglichkeiten, Punkte zu sammeln: "Wenn Sie das Tor treffen gibt es drei Punkte, wenn Sie den Ball treffen einen Punkt, und wenn Sie eine Dame in der ersten Reihe treffen 50 Punkte." Saalkandidatin Natascha erzielte am Premierenabend 100 Punkte!

"Was bin ich" und "Wetten dass..." waren weitere Reminiszenzen, bei denen die Saalkandidaten die Aufgaben des Moderationsteams erfolgreich absolvierten, einschließlich der Saalwette, bei der sich unter den 20 Sängerinnen und Sängern, die sie zu einem gemeinsamen Volkslied auf die Bühne bringen mussten, auch Manufakturleiter Christian Hirsch und Bürgermeister Hermann Hecker aus Höxter befanden.
Und natürlich heißt es wie immer "Musik ist Trumpf" in der Schlosstheater-Revue. Medleys wechseln mit Liedern und Songs, Ensembleszenen mit Soloeinlagen, es gibt ein Wiedersehen mit Nana Mouskouri, Drafi Deutscher und Elton John, mit Wum und Wendelin, den Les Humphries Singers und dem Fernsehballett. Gelungen sind auch wieder die farbenfrohen Kostüme von Barbara Mihm und das Bühnenbild von Ralf Schröer, das dezent Fernsehstudioatmosphäre in den Schlosstheatersaal zaubert.

Mit dieser Show hat das Schlosstheater seine Vorlagen aus dem Fernsehen mit einem Lächeln überholt und zeigt mit fein gesponnener Ironie die Auswirkung diverser Kabelkanäle auf das Niveau des einst so beliebten Unterhaltungsmediums, dessen Kultur im Begriff steht, zu einer langweiligen Zapperei zu verkommen.
Dass die Stammzuschauerschaft wächst, beweist die Kartennachfrage, die schon im Vorverkauf so groß war, dass bereits unmittelbar nach der Premiere die Verlängerungstermine bekannt gegeben wurden. Weitere Aufführungstermine: 19. und 26. November (20 Uhr), 27. November (19 Uhr), 7. Januar (20 Uhr), 8. Januar (19 Uhr); Verlängerungstermine im Januar: 14. (20 Uhr), 15. (19 Uhr), 21. (20 Uhr), 22. (19 Uhr), 28. (20 Uhr) und 29. (19 Uhr). Informationen und Karten gibt es unter Telefon 05273/88889.

  
  

 
 
Schlosstheater im Dreiländereck