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Täglicher Anzeiger Holzminden 8. August 2004

Erfolgreiche Premiere trotz unsichern Wetters

Schlosstheater Fürstenberg spielt "Schneewittchen" auf der Stahler Freilichtbühne

Stahle: (hö). Einige der älteren Besucher werden sich vielleicht daran erinnert haben, dass es 1951 schon einmal eine Schnewittchenaufführung auf der Stahler gegeben hat, die jüngeren hingegen, und das waren die meisten der rund 180 Besucher, die trotz der unsicheren Witterungsverhältnisse den Gang zur Freilichtbühne gewagt hatten, genossen eine wahrhaft märchenhafte Premiere.

"Schneewittchen und die sieben Zwerge" ging in der Textverarbeitung von Detlev und Barbara Mihm am gestrigen Sonntag zum ersten Mal über die romantische Felsenbühne am Feldberg. Die Handlung folgte dem Verlauf des Grimmschen Märchens in erfreulich enger Anlehnung, ohne Ecken, Kanten und Schnörkel, es eben "Schneewittchen", so wie man es kennt, und keine neue Version eines traditionellen Stoffes. Behutsame Aktualitätsbezüge bereicherten den Text, ohne die Handlung zu stören. Die Dramaturgie mit ihrer klaren Polarisierung zwischen Gut und Böse eignet sich zudem hervorragend für die Bühnenfassung, und somit waren die wichtigsten Voraussetzungen erfüllt, die Premiere zu einem Erfolg werden zu lassen.

In der Inszenierung von Barbara Mihm und Georg Luibl verkörperten die Akteure des Schlosstheaters Fürstenberg die Personen des Stücks mit deutlichen Charakterisierungen der Rollen. Anna Brückner überzeugte in der Titelrolle. Die naturblonde Darstellerin verkörperte in schwarzer Haartracht die fünfzehnjährige Prinzessin äußerst glaubhaft. Sehr schön ausgespielt waren ihre Monologszenen. Carina Sandner gestaltete die böse Königin mit aller Exaltiertheit, die man sich bei dieser Figur vorstellen kann. Ihr Spiegel wurde personifiziert von Olav Birkoben, dem es sichtlich Spaß machte, der Königin die Wahrheit sagen zu müssen.

Drunter und drüber ging es bei den sieben Zwergen, dargestellt von Benedikt Koßmann, Udo Erdmann, Iris Kayser, Holger Klages, Björn Schwarzer, Thorsten Stickel und Lukas Welling. Beim Einmarsche geordnet in Reih und Glied, aber dann durcheinander geratend, wirkten sie so, wie man sich die sieben Zwerge als in ihrer Kindlichkeit verharrende Erwachsene, die sie gar nicht sein wollten, vorstellt. Neu eingefügt war die Rolle der Waldfee (Anna-Lena Bulmahn), die in einem Prolog die Vorgeschichte der Handlung erklärte und, wenn notwendig, die Szenen zusammenhielt. Die zu jeder Person passenden Kostüme schuf Heidruth Birkoben, die rhythmisch eingängige Musik stammt von Renate Meise.

Es war, als seien die Regenschauer für die Premiere (mit Erfolg!) abgestellt gewesen. Während es noch eine halbe Stunde vor Beginn der Aufführung gegossen hatte, blieb es während des Spiels trocken, so dass sich der Besuch der Freilichtbühne für alle gelohnt hatte. Kinder und Erwachsene fanden gleichermaßen Gefallen an dieser theatralischen Version des altbekannten Märchenstoffes.

Weitere Aufführungen finden am 14., am 20., am 21., am 27. und am 28. August sowie am 3. und 4. September statt. Die Aufführungen beginnen jeweils um 16 Uhr. Kartenvorbestellungen sind unter der Telefonnummer 05273-88889 möglich.

  
  

 
 
Schlosstheater im Dreiländereck