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Täglicher Anzeiger Holzminden 18.06.2008

Darsteller und Bühnendebütanten in einer gelungenen Symbiose
Schlosstheater setzt mit "Dornröschen" bewährte Tradition von Märchenaufführungen auf der Freilichtbühne Stahle fort

Stahle (hö). Das Schlosstheater Fürstenberg setzt gegenwärtig mit dem Märchenspiel "Dornröschen" seine bewähre Tradition von Märchenaufführungen auf der Freilichtbühne Stahle fort. Ein Ballett von Tschaikowski, eine Zeichentrickversion von Walt Disney, nicht einmal eine Hand voll unbekannter Literaten, die Liste der recht linear verlaufenden Handlung des Märchens ist begrenzt. Die Dramaturgie des Stoffes mit seiner polaren Gegensätzlichkeit zwischen Gut und Böse, in der die Gegenspielerin des positiv belegten Königshofes allein durch die 13. Fee dargestellt wird ist offenbar nicht so attraktiv für eine wirkungsvolle literarische oder dramatische Umsetzung.

Zwar ist der Stoff in seiner mythischen Version in unterschiedlichen Ländern vielfach vertreten auf als Brünnhildenthematik aus dem Nibelungenstoff bei uns bestens bekannt, aber es bedarf offenbar einiger Originalität auf der Seite es Urhebers, die Grimmsche Märchenversion wirkungsvoll auf die Bühne oder die Leinwand zu bringen, Originalität, wie sie in der Musik Tschaikowskis oder in dem zeichnerischen Talent Walt Disneys zu finden ist - oder auch im dramatischen Geschick von Barbara Mihm. In der Schlosstheaterfassung findet sich die Originalität beispielsweise in sprachspielerischen Umdeutungen der Endsilbe -fe, wie sie in Strümpfe oder Schleife vorkommt, in Fee, oder in der Idee, den Küchenjungen durch Weghören dem bösen Fluch der 13. Fee entgehen zu lassen.

Barbara Mihm zeichnet dabei als Autorin für die Schlosstheaterversion ebenso verantwortlich, wie als Regisseurin. Text und Regie kommen aus einer Hand, alles wirkt, wie aus einem Guss. Man spürt, dass Barbara Mihm bereits beim Schreiben die Idee der szenischen Umsetzung vor Augen gestanden haben muss, das Ergebnis ist eine Bühnenfassung, die ausschließlich auf der Freilichtbühne in Stahle zu erleben ist, und das auch nur noch bis zum 27. Juli. Die Handlung ist lustig und spritzig und speziell für Kinder aufbereitet.

Dass aber auch Erwachsene ihr Vergnügen an dieser gelungenen Umsetzung des Dorröschenstoffes haben, zeigten unter anderem am Sonntag Besucher, die ohne Kinder gekommen waren. Gerade die Anklänge an die den Stoff umrankenden Mythen werden sicher eher von Erwachsenen verstanden, wie Beispielsweise die Exposition, die mit den drei spinnenden Zofen (Barbara Pallentin-Meseck, Ulrike Krekeler und Stefanie Rheker) an die Nornen im Vorspiel zur "Götterdämmerung" erinnern, während aktualitätsbezogene Anspielungen auf die Mülltrennung von allen verstanden werden. Lieder und musikalische Einlagen lockern das Spiel auf und überbrücken Zeitsprünge. Die Musik schrieb Renate Meise, die schon im vergangenen Jahr das Rumpelstilzchenspiel musikalisch bereichert hat.

Neben bekannten Schlosstheaterakteuren wie Iris Kayser (Mamsell Wundervoll), Björn Schwarzer (Koch), Peter Loos (König) oder Carina Sandner als 13. Fee (die Katastro-Fee), steht in dieser Inszenierung eine Vielzahl von Debütanten und Debütantinnen auf der Bühne, wie Christiane Steinwachs als Königin und Mutter der Hauptperson. Nicht ganz neu, da schon in der letzten Revue im November dabei war, aber neu als Darstellerin im Märchenspiel, ist Carolin Bölke in der Titelrolle. Unter den Küchenjungen hatte Lennart Waldeyer, auch er kennt die Bühne bereits, als Küchenjunge Tom die wichtigste Aufgabe, und ein zweiter Prinz (Matthias Vogt) gab dem Spiel vor dem Durchdringen der Dornenhecke durch Prinz Florian (Benedikt Koßmann) eine gewisse Würze. Noch sechsmal ist das Spiel auf der Freilichtbühne in Stahle zu sehen, am 21. und 22. Juni, sowie am 19., 20., 26. und 27. Juli. Karten für die noch jeweils 16 Uhr stattfindenden Aufführungen gibt es beim Kartentelefon des Schlosstheater unter 05273-88889. Einen Vorgeschmack kann man sich schon auf der Web-Seite des Schlosstheaters im Internet holen (www.schlosstheater.de).

  
  

 
 
Schlosstheater im Dreiländereck