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Täglicher Anzeiger Holzminden 16.11.2009

Ein Donnerwetter lässt Mauern des altehrwürdigen Schlosses erbeben
Mit einem imposanten Schlussbild klang die mitreißende Revue des Schlosstheaters aus.

Fürstenberg(cst): Donnerwetter - was für ein Abend. Das Ensemble des Schlosstheaters Fürstenberg zog in seiner mittlerweile zwölften Revue wieder alle Register. Es ist wie jedes Jahr die Mischung aus Comedyabend, ruhigen und zum Mitmachen animierenden Songs, die zu begeistern wusste. Da die diesjährige Aufführung ganz im Zeichen des Wetters stand, wunderte es niemanden, dass am Anfang dunkle Wolken, Blitze und Gewitterwolken über den Theaterraum aufzogen. Nach den ersten Takten auf der Bühne wussten die meisten Besucher, ohne Meteorologen zu sein: „Da braut sich was zusammen“. Dass sich das Donnerwetter am Ende in einer solch energiegeladenen Show entlud, überraschte selbst die schärfsten Kritiker. Und das Publikum honorierte den Gewittersturm der guten Laune mit prasselndem Applaus.

"Zum Donnerwetter nochmal sind wir nervös", begrüßte der, wie jedes Jahr starke Wulf Dominicus als Moderator die 350 Zuschauer in Fürstenberg zur Premiere. Das kleine Wörtchen "Donnerwetter" sollte im Lauf der Show nicht nur von den Programmheften strahlen, sondern auch seine ganz eigene Dynamik entwickeln. Bei jedem neuen Auftritt, in zum Teil atemberaubenden Kostümen, stachelte Dominicus die Zuschauer an, ihre Freude mit dem kleinen Wort auszudrücken. Anfangs noch sehr zaghaft, kam es den Revuefans später immer leichter von den Lippen. Nachdem sich die anfänglichen Regenwolken verzogen hatten und auch der Schirm zur Seite gelegt werden konnte, prasselte ein Querschnitt durch die musikalischen Klimazonen auf die Zuschauer ein. Da nach Regen bekanntlich auch immer wieder die Sonne folgte, wechselten sich auch in der Revue Lieder zum Thema Regen und Sonne ab. B.J. Thomas´ "Raindrops Keep Fallin´ On My Head" folgte passenderweise "Guten Morgen Sonnenschein" von Nana Mouskouri. Besonderer Gag auf der Bühne: Aus einem Bett ohne Boden stiegen immer wieder neue Akteuere, die die Bühne mit Leben und Gesang füllten.Das Publikum johlte. Da es nicht nur beim Johlen bleiben sollte, wurden sie stets von Moderator Wulf Dominicus, der am Abend unzählig oft die Kleidung wechselte, zum Mitsingen oder Mitklatschen angeregt. Als bei Kate Perrys Son "Hot´n Cold" die Kleidung der Bühnendamen knapper wurde, schien es auch bei den Zuschauern wärmer zu werden und der Funke sprang endgültig über.

Plötzlich nahmen die Akteure auch den Zuschauerraum ein, setzten sich keck auf den Schoß einiger sichtlich überraschter Herren und schossen zu "Die Sonne und du" von Odo Jürgens Urlaubsfotos aus dem Schlosstheater. Weiter ging die wilde Fahrt durch Regen und Eis bis "ganz schön heiß", allerdings hin und wieder unterbrochen durch gefühlvolle und ruhigere Songs. Theaterleiterin Bärbel Mihm und ihr Team bewiesen bei der Titel-Auswahl ein glückliches Händchen. Einen starken Auftritt legte dabei Thomas Golüke sowohl aus mauliger Wetterfrosch wie auch als Sänger Prince mit "Purple Tain" hin. Ein Highlight des Abends. Neben Moonwalk-Wettbewerben zweier Zuschauerpaare auf der Bühne, Erzählungen aus 1000 und einer Nacht, mit Olav Birkoben als "echte" Schlange sowie Gedichten und viel Spielwitz klang der Abend mit dem imposanten Schlussbild aus. 17 Akteure auf einen Streich wurden vom Publikum immer wieder zu neuen Zugaben auf die Bühne gefordert, bis Dominicus verkündete: "Jetzt ist wirlich Schluss".

Nach der Premiere waren zwei Pärchen aus Lüchtringen restlos überzeugt: "Unsere Männer wollten erst nicht mit, das hätten sie bereut", so das einstimmige Urteil. Auch Bürgermeister Uwe König dankete dem Ensemble für einen gelungenen Abend: "Ich frage mich vor jeder Spielzeit, ist die letzte Revue überhaupt noch zu toppen? - Es geht, wie ich heute festgestellt habe". Tosender Applaus für den bunten Farbtupfer im grauen Herbst von den Zuschauern. Donnerwetter: gut gemacht Schlosstheater.

  
  

 
 
Schlosstheater im Dreiländereck