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Neue Westfälische 9. August 2005

Zeitgemäß aufgepeppt
"Schneewittchen und die sieben Zwerge" feiert Premiere auf der Freilichtbühne Stahle

Stahle (NW) von R. Hoffmann-Wittenburg

Stahle: Verrückt spielte nur das Wetter. Trotz widriger Bedingungen präsentierte sich das Schlosstheater Fürstenberg unter Leitung von Barbara Mihm bei der Premiere zum Auftakt des Märchensommers in Stahle voller Spielfreude.

Mit seiner musikalischen und zeitgemäß aufgepeppten Version von "Schneewittchen und die sieben Zwerge" verbreitete das Ensemble Spaß und gute Laune. Kleine Ausrutscher auf dem matschig-glitschigen Waldboden der Freilichtbühne Stahle zeigten, dass die Schauspieler sich keineswegs zurücknahmen, obwohl sie an diesem Sonntagnachmittag sicher nicht ungefährlich lebten. Da war der sichtbar nasse Po, den sich das wunderschöne Schneewittchen (Anna Brückner) holte, als es einsam und allein im Wald ausgesetzt darüber lamentierte, dass kein Bediensteter greifbar sei, um ihm zu essen und zu trinken zu bringen, sicher noch das geringst Übel.

Dafür hatten dann letztlich alle aber doch umso mehr Glück mit dem Wetter. Eine der wenigen Trockenphasen des von heftigen Wolkenbrüchen geprägten und viel zu kalten Sommertages setzte pünktlich zum Beginn der Aufführung ein und hielt bis zum guten Ende des Stückes, das von allen gemeinsam mit dem fröhlichen "Zwergen-Zipfelmützen-Boogie-Beat" gefeiert wurde.

Doch bis dahin war es ein langer, ebenso spannend-gruseliger wie fröhlich-heiterer Weg, der mit viel Applaus und dem Lachen der Zuschauer begleitet wurde. Die kleine Waldfee (Anna-Lena Bulmahn), die singend und erzählend eine Einleitung in das Märchen gab, hatte zwar mit einem Tonausfall zu kämpfen, meisterte die kleine technische Panne aber professionell und mit Bravour. Hierfür, aber vor allem für den dennoch herrlichen Gesang, gab es den ersten großen Applaus.

Viel Freude bereiteten stets die Auftritte der gefallsüchtigen eitlen Stiefmutter (Carina Sandner), die ihre Bosheit mit viel Witz zum Ausdruck brachte, und des Spiegels (Olav Birkoben. In der Gewissheit, dass es zu einem weiteren Wutausbruch der Königin kommen würde, schlotterte der Spiegel zwar vor Angst, konnte aber sein noch größeres Vergnügen daran, der bösen Stiefmutter eins auszuwischen, nie verhehlen. Aber auch er bekam eins aus- oder besser -abgewischt.

Der höchst eifrige Zeremonienmeister (Daniel Hartmann) des Königshauses versäumte natürlich nie, den Spiegel überaus gründlich abzustauben. Wann immer er die Bühne betrat, hatte er die Lacher schon im Voraus auf seiner Seite.

Die bis in Detail liebevoll ausgestalteten Nebenrollen verliehen dem Stück sein festes Gefüge, in dem Schneewittchen und die sieben Zwerge ganz hervorragend agieren konnten. Von hohem Wiedererkennungswert für anwesende Eltern und Kinder im Publikum waren die Szenen, in denen Schneewittchen, den Haushalt der sieben Zwerge schmiss, und sich nach einigen Besenschwüngen völlig abgearbeitet und ermattet lieber zur Ruhe begab.

Noch schöneren Wiedererkennungswert hatte die fröhliche Marschmelodie, wie die ganze Musik des Stücks aus der Feder von Renate Meise, die sich wie ein roter Faden durch das Stück schlängelte und den Einzug der Zwerge ankündigte. Dann wurde es richtig romantisch und war jedes Mal wieder ein fantastisches Ereignis. Aber auch das Böse war in Gestalt der Königin stets allgegenwärtig. "Schneewittchen muss weg, weg, weg!" lautete ihr hysterisch erklärtes Ziel. Das sie ehrgeizig, aber zum Glück vergeblich verfolgte. Zwar raffte es das schöne Kind mit vergiftetem Kamm und Apfel zunächst höchst dramatisch dahin, doch die sieben Zwerge erwiesen sich stets als äußerst aufgeregte, aber erfolgreiche Lebensretter, Ende gut, alles gut, hieß es schließlich mit dem Erscheinen des schönen Prinzen (Marc Blomberg), der sich Hals über Kopf in Schneewittchen verliebte.

Die Reaktion des schönsten Mädchens im Land löste einen weiteren Lacherfolg aus, passte genau zur Konzeption des Stück und sprach zweifellos allen aus dem Herzen:: Schneewittchen wies darauf hin, dass es doch erst 15 Jahre alt sei und es sicher besser wäre, mit der Hochzeit noch ein wenig zu warten.

Nach sieben Mal besteht Gelegenheit, die Abenteuer von den sieben Zwergen und Schneewittchen jeweils sonntags ab 16 Uhr auf der Freilichtbühne Stahle mitzuerleben und zwar am 14., 20., 21., 27. und 28. August sowie am 3. und 4. September. Das Karten- und Informationstelefon ist unter der Rufnummer 05273-88889 zu erreichen.
  
  

 
 
Schlosstheater im Dreiländereck