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Neue Westfälische 21.06.2011

Nass-fröhliche Premiere in Stahle
Das tapfere Schneiderlein mit Einhorn und Riesen auf der Freilichtbühne

Stahle (NW) von R. Hoffmann-Wittenburg

Stahle. Ein rechter Angeber ist es ja schon, das tapfere Schneiderlein (Susanne Braun). Davon können die beiden Stubenfliegen Fridolin (Lennart Waldeyer) und Frideliese (Larissa Schönwald) ein Lied singen. Sie waren schließlich dabei, als sich das kecke Bürschchen mit dem Spinner-Spruch "7 auf einen Streich" schmückte und los zog, um die Welt zu beeindrucken und zu erobern.

Fridolin und Frideliese ziehen einfach mit ihm. Schwirrend und summend sind sie Augenzeugen der fantastischen Abenteuer des tapferen Schneiderleins. "So ein Angeber!", stöhnen sie ein ums andere Mal, wenn er wieder mal gar zu sehr prahlt und übertreibt. Aber von ihm lassen können sie nicht. Viel zu spannend und aufregend ist es, hautnah mitzuerleben, wie es dem tapferen Schneiderlein gelingt, mit allen Plagen, die das Königreich bedrohen, fertig zu werden und das Herz der schönen Prinzessin Rosalie (Paula Hoever) zu gewinnen.

Mutig stellt er sich den beiden grimmigen Riesen Lollek und Bollek (Sergej Rau und Alexej Rau) und schafft es, ihre Freundschaft zu gewinnen. Er fängt das Einhorn, das nichts als Unsinn anstellt und zähmt es. Auch die Wildsau bringt er mit tatkräftiger Unterstützung seiner riesigen Freunde zur Räson.

Das alles ist großartig, aber nichts im Vergleich mit der Tapferkeit, mit der sich das ganze Ensemble des Schlosstheaters Fürstenberg bei der Premiere des Stahler Märchensommers auf der Freilichtbühne dem strömenden Regen stellt. Wenn es nicht so schrecklich nass gewesen wäre, hätte man es gar nicht bemerkt. Weder der König und der königliche Berater (Björn Schwarzer und Peter Loos) noch die fleißige Marktfrau (Doro Ruthe) oder die königliche Wache (Steffi Rheker, Marina Menzel, und Josefin Herrfurth) ließen sich anmerken, dass sie mit herrschenden Bedingungen haderten. Alle spielten ihre Rollen so fröhlich und unbeschwert als sei eine Regenvorstellung das Normalste der Welt. Und auch das Publikum, viel größer, als bei diesen Wetterbedingungen zu erwarten war, spielte mit und dachte gar nicht daran, sich den Spaß verderben zu lassen. Allen voran in den ersten Zuschauerreihen die tapfere Klasse 1 der Grundschule Stahle. Mit ihren Eltern, Großeltern und Geschwistern belegten allein die Erstklässler rund 80 Plätze in den Zuschauerrängen. "Wenn das tapfere Schneiderlein und seine vielen Freunde sich vom Regen nicht abschrecken lassen, tun wir das auch nicht", lautete das von Klassenlehrerin Birgit Posner ausgegebene Motto. Während sich ein Großteil des Publikums unters schützende Dach geflüchtet hatte, boten die Erstklässler und ihre Begleiter, gut beschirmt und dick eingepackt in Regenkleidung ein buntes Bild.

Gut gelaunt ließen sie sich in die abenteuerlich Märchenwelt des tapferen Schneiderleins entführen, feuerten es begeistert an und belohnten die Schauspieler Applaus, der das Prasseln des Regens übertönte.

"Unter so schwierigen Bedingungen haben wir noch nie gespielt", erklärte Theaterchefin Bärbel Mihm in der Halbzeit des Stückes. Nach dem guten Start waren alle anfänglichen Sorgen verflogen. "Ich bin so stolz auf das Team", sagte sie, "und so glücklich über dieses Publikum. "Ist das nicht toll, dass trotzdem alle gekommen sind?"

  
  

 
 
Schlosstheater im Dreiländereck