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Neue Westfälische 29.10.2012

Schlosstheater in Bestform
Neue Revue im Schloss der Porzellanmanufaktur zieht die 80er Jahre gekonnt durch den Kakao

VON BURKHARD BATTRAN

Fürstenberg. Schon seit Wochen sind alle 28 Aufführungstermine restlos ausverkauft. Die Menschen in der Region wissen eben, was sie an ihrem Schlosstheater haben.

Und auch die 15. Produktion "Völlig losgelöst", die am Samstagabend im Theatersaal des Fürstenberger Schlosses Premiere hatte, ist wieder ein Kracher, der keinen Vergleich zu großstädtischen Inszenierungen scheuen muss. "Das ist bestimmt schon die zehnte Revue, die ich miterlebe und jedesmal komme ich hinterher aus dem Saal und muss sagen, dass es wieder die beste Revue aller Zeiten war", schwärmte einer der 350 Premierenbesucher nach der dreistündigen Aufführung am Samstagabend.

Auf jeden Fall präsentierte sich das zwölfköpfige Bühnenensemble des Schlosstheaters in Bestform und die verbleibenden 9.450 Revue-Besucher dürfen sich auf einen ganz exquisiten Abend freuen. In "Völlig losgelöst" zieht das Schlosstheater die 80er Jahre gekonnt durch den Kakao. Junge Leute werden es nicht wissen, aber in den 80ern hatten die Sänger noch Mikrofone mit langen Kabeln dran.

Diesen Umstand machte sich das Schlosstheater in einer königlichen Slapstick-Nummer zunutze. Von links und von rechts kommen die Schlagerstars "Roland Kaiser" (Thomas Golüke) und "Howard Carpendale" (Wulf Dominicus) auf die Bühne. In ihrem Gesangsduell laufen sie hin und her und verstricken sich immer mehr in ihre Kabel und es kommt zu einer halsbrecherischen Fesselszene, bei der es das Publikum vor Lachen kaum aushalten konnte.

Die neue Revue überzeugt aber nicht nur durch perfekt inszenierte Situationskomik, sondern vor allem auch mit ihrem hohen gesanglichen Niveau. Gute Tanznummern sind seit jeher Standard beim Schlosstheater. Gesanglich aber hat sich das Ensemble über die Jahre ständig weiterentwickelt, was sich in der neuen Revue insbesondere auch an den zahlreichen feinfühlig erarbeiteten A-capella-Nummern zeigte. Insbesondere Bassbariton Martin Klinkemeier (41), Tischler aus Westenholz, und die Rocktenöre Sebastian Hegener (25), Maurer aus Höxter, und Thomas Golüke (38), Raumausstatter aus Paderborn, bewiesen sich einmal mehr als stimmliches Fundament des Ensembles. Aber auch die Frauen konnten mithalten. Frauke Pfeilsticker (41), Konditorin aus Vernawahlshausen, und Bianca Schwarze (39), Reisekauffrau aus Brakel, gelang eine elegante zweistimmige Version des Eurythmics-Hit "Sweet Dreams".

Publikumsliebling der Premierenbesucher aber war Björn Schwarzer (39) aus Derental in der Rolle des "DDR-Modellathleten". Mit seinen urkomischen Einlagen hatte der Schlosser die Lacher auf seiner Seite. Dafür sorgten auch seine Sprüche in authentischem Sächsisch: "Ein Sportler ist, wer raucht und trinkt und trotzdem seine Leistung bringt."

  
  

 
 
Schlosstheater im Dreiländereck