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Neue Westfälische 09.06.2008

Theatersommer wachgeküsst
Dornröschen: Romantisches und Heiteres auf der Freilichtbühne Stahle

Stahle (NW) von R. Hoffmann-Wittenburg

Hundert Jahre schlief Dornröschen - ein unvorstellbar lange Zeit. Auf der Freilichtbühne Stahle wachte ein begeistertes Premierenpublikum über den Schlaf des schönen Kindes. Dabei verging die Zeit für die großen und kleinen Zuschauer wie im Flug. Nur in der gar nicht so langen Pause kam bei zwei kleinen Zuschauerinnen in bisschen Ungeduld auf: Kaum waren die beiden Stahler Mädchen, Lara und Madeleine, von den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern des Stahler Heimatvereins mit Erfrischungsgetränken versorgt, beschäftigte sie nur noch eine einzige Frage: "Wann geht es denn weiter?" Alle hatten große Freude an der liebevollen Umsetzung des zauberhaften Märchens der Brüder Grimm durch das Schlosstheater Fürstenberg, das in der romantischen Naturkulisse der Stahler Freilichtbühne unterm Turm der Burgruine den schönsten Rahmen fand.

Mit viel Musik und fröhlichen Liedern bringen Theaterchefin Bärbel Mihm und die rund 50 Darstellerinnen und Darsteller ein ebenso romantisches wie heiteres Stück mit überraschenden Gags und lustigen Pointen auf die Bühne. Kleine Nebenerzählstränge wie das Problem der Menü-Zusammenstellung des königlichen Kücheteams unter Leitung des molligen Chefkochs Kummerspeck (Björn Schwarzer) zur Feier der Geburt der Königstochter oder sein zärtliches Geplänkel mit der verliebten Mamsell Wundervoll (Iris Kayser) fügten sich ebenso perfekt zum großen Ganzen zusammen, wie die sorgfältige Ausarbeitung der einzelnen Charaktere und ihrer Texte. Da begeistert der vorwitzige Küchenjunge Tom (Lennart Waldeyer) ebenso wie die bezaubernde Feenschar in ihren hinreißend schönen Gewändern. Ihren jeweiligen putzigen Namen entsprechend - mal stotternd, kreischend oder etepetete - machen sie dem Königskind die Aufwartung und geben ihm ihre guten Lebenswünsche mit auf den Weg.

Ein besonderer Blickfang ist die 13., die Katastro-Fee (Carina Sandner), die mit besonderer Ausstrahlung alle in den Bann zieht. Gekränkt, weil sie aus Platzmangel an der königlichen Festtafel nicht eingeladen ist, spricht sie den bösen Zauber aus, dass Dornröschen sich an ihrem 16. Geburtstag an einer Spindel stechen und daran sterben soll. Zum Glück hat die zwölfte Fee, die Hil-Fee (Sarah Steinwachs), ihren Wunsch für Dornröschen noch nicht ausgesprochen, so dass sie das Schlimmste abwenden und das Todesurteil in einen 100-jährigen Schlaf für Dornröschen und alle Schlossbewohner umwandeln kann.

Richtig aufregend wird es, als Dornröschen (Carolin Bölke) sich aller Vorsichtsmaßnahmen zum Trotz dennoch an der Spindel sticht und schlagartig alles Leben im Schlaf erstarrt. Ein plötzlich einsetzender heftiger Nebel, in dem eine undurchdringliche Rosendornenhecke um das ganze Schloss wächst, unterstreicht die Dramatik des Augenblicks, der 100 Jahre wären soll. Für die Zuschauer ging es dennoch heiter weiter. Sie erfreuten sich am Spiel der tanzenden und singenden Stahler Kinder vor der Hecke und dem Konkurrenzkampf der Prinzen (Matthias Vogt und Benedikt Koßmann), die sich verzweifelt bemühten, die Hecke zu durchdringen. Etwas verstörter Sieger war schließlich der schöne Prinz Florian (Benedikt Koßmann), dem der pfiffige Küchenjunge Tom gehörig auf die Sprünge half. . .

Mit dem Kuss, der Dornröschen aus dem 100-jährigen Schlaf erlöste, erwachte auch die Freilichtbühne Stahle aus dem Winterschlaf. Im Theater-Sommer 2008 können weitere Aufführungen von "Dornröschen" besucht werden: Jeweils samstags und sonntags um 16 Uhr statt am 14. und 15. Juni, 21. und 22. Juni, 19. und 20. Juli sowie am 26. und 27. Juli. Eine Kartenvorbestellung ist nicht erforderlich. Die Eintrittskarten (4 Euro für Kinder, 6 Euro für Erwachsene) werden vor Veranstaltungsbeginn am Kassenhäuschen gelöst.

  
  

 
 
Schlosstheater im Dreiländereck