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Neue Westfälische 08.11.2011

Wie das Kribbeln im Bauch
Premiere der neuen Winterrevue des Schlosstheaters frenetisch gefeiert

VON ROSWITHA HOFFMANN-WITTENBURG

Fürstenberg. Fürstenberg. Verschiedene Rechenwege führen unterm Strich zum gleichen Ergebnis und viele Wege nach Rom. Darauf setzt das Schlosstheater Fürstenberg unter der Gesamtleitung von Bärbel Mihm in seiner diesjährigen Winterrevue.

Die Premiere "Beziehungskisten" brachte es an den Tag: Die Rechnung geht auf, das Ziel ist erreicht. Wieder einmal bescherte die Winterrevue dem künstlerisch und technisch immer versierter auftrumpfenden Ensemble einen rauschenden Erfolg. Alles ein bisschen anders, lautet das Motto dieser Revue mit weniger neckischen Gags und Albereien als gewohnt und dafür mehr wortlastigen, aber äußerst wortlustigen Beiträgen.

Das Premieren-Publikum amüsierte sich köstlich und honorierte die Leistung mit viel spontanem Gelächter. Sketche über die Nöte einer geplagten Hausfrau und Mutter, oder die verzückende Herrlichkeit von Tupperparties und Online-Einkäufen kamen ausgezeichnet an.

Ordentlich Sonderapplaus kassiert Sergej Rau, der in dieser Show endlich wieder einmal seinen Zwillingsbruder Alexej an der Seite hat, und darüber hinaus einen putzigen kleinen Kerl mit Sturmfrisur und großer Klappe. Der Grundstein zu einer Karriere Sergejs als Bauchredner dürfte nach dieser Premiere gelegt sein.

Spürbar ist der deutlich stärkere Einfluss der beiden aus dem Fürstenberger Schlosstheater hervorgegangenen echten Profis. Theaterpädagoge Wulf Dominicus, stets bejubelter Moderator der Fürstenberger Winterrevuen, ist noch präsenter und hat dieser Inszenierung seinen Stempel aufgesetzt. Gleiches gilt für Tanzpädagogin Sarah Müller, die in der Choreografie neue Akzente setzte. Das Ensemble bewältigt die neuen Herausforderungen mit Bravour. Besonders erwähnt sei Anna-Maria Brückner, dienstälteste junge Dame des Theaters seit 2001. Ihre Leidenschaft galt lange dem Tänzerischen, während sie sich beim Gesang lieber im Hintergrund hielt. Mit Gesangsunterricht hat sie sich den Schliff und das nötige Selbstvertrauen geholt, um nun auch in erster Reihe als Solistin zu glänzen.

Im Kern ist letztlich alles beim Alten geblieben: Das Publikum bekommt, was es erwartet und was es in diesem Jahr zu einem geradezu irrsinnigen Run auf die Karten geführt hat. Innerhalb kürzester Zeit waren praktisch alle Aufführungen bis in den März 2012 hinein ausverkauft. Die einzige Pleite des Stücks erleben somit diejenigen, die leer ausgegangen sind. Alle Kartenbesitzer dürfte sich nach dem Premierenerfolg auf einen vergnüglichen Abend und eine gewohnt rasante Show mit viel Pep, Humor und neuen Akzenten freuen. Frisch und munter hüpft, tanzt und singt sich das Ensemble in die musikalischen Musterbeispiele der großen Vielfalt von Beziehungskisten und -schubladen.

Unerschöpflich ist das Thema Liebe mit all seinen großen Gefühlen vom "Kribbeln im Bauch" und Herzklopfen, von närrischer Verwirrtheit und himmelhoch jauchzendem Glück über die Qualen der Eifersucht und Trennung bis hin zur totalen Herzfinsternis, der "Total Eclipse of the Heart". Mit der Auswahl und Präsentation der Songs, unter anderem neue und alte Knaller wie "Reet petite" von Jackie Wilson, "A Night like this" von Caro Emerald, "Sexy" von Müller-Westernhagen, "Unchain my Heart" von Joe Cocker, "Hot Stuff" von Donna Summer sowie Schlagern von Trude Herr, Ireen Sheer und Wolfgang Petry blieben beim Premierenpublikum offenkundig keine Wünsche offen.

Die aktuelle Revuebesetzung besteht aus Carolin Bölke, Susanne Braun, Anna-Maria Brückner, Björn Schwarzer, Sarah Müller, Marion Schröder, Bianca Schwarze, Maria Sievers, Alexej und Sergej Rau, Stefanie Wullenkord, Olav Birkoben, Thomas Golüke, Sebastian Hegener, Martin Klinkemeier, Esther Schlanstedt und Wulf Dominicus.

  
  

 
 
Schlosstheater im Dreiländereck